Ausblick auf die IFRPG-Veranstaltungen
des Jahres
2006
Perspektiven für die Zukunft
– die Gegenwart gestalten
Der spanische Philosoph Jose
Ortega Y Gasset hat bereits 1931 über das Leben in der modernen Gesellschaft
gesagt: „Was schert es ihn [den Menschen] , dass er nicht reicher ist als
andere, wenn die Welt es ist und ihm Straßen, Eisenbahnen, Hotels, Telegraph,
körperliche Sicherheit und Aspirin zur Verfügung stellt?" [Der Aufstand der
Massen, S. 57]
Seit 60 Jahren leben wir –
zumindest in Mitteleuropa – in einer Welt des Friedens. Der gesellschaftliche
Reichtum hat ein bis dahin ungekannt hohes Niveau erreicht. Ein Gefühl des
Glücks oder zumindest der Zufriedenheit scheint sich allerdings nicht verbreitet
einzustellen.
Vielleicht liegt es daran, dass
wir dafür kein entsprechendes Kennzahlensystem haben. Vielleicht gibt es
psychologische Erklärungen dafür, wie diese, dass wir nicht in historisch und
sozial „gerechten“ Ebenen vergleichen, sondern stets mit dem Blick auf den, dem
es besser zu gehen scheint.
Es schert uns möglicherweise eben
doch, dass andere reicher sind.
Die gesellschaftliche Entwicklung
birgt, wie wir alle erfahren haben, Gefahren.
Sie wissen vielleicht, dass Alan
Greenspan, der heutige US-amerikanische Notenbankchef, früher
Computer-Programmierer war. In diesem Zusammenhang ist er 1999 von einem
Ausschuss des US-Kongresses über die Entstehung des Jahr-2000-Problems befragt
worden. Greenspan führte damals aus: „Ich erinnere mich nicht daran, eine
nennenswerte Dokumentation zu den Programmen gehabt zu haben, die ich schrieb.
Und es kam uns nie in den Sinn, dass diese Programme, welche die Eins und die
Neun [...] weglassen, immer noch laufen, wenn wir uns dem Jahrtausend nähern.“
Zukunft, genauer gesagt, das Gestalten der
Zukunft durch unsere heutigen Handlungen ist das Thema der Veranstaltungsreihe
des Instituts für richtungsgebende Personalgespräche im Jahr 2006. Und wie das
Beispiel von Greenspan zeigt, begegnet uns unser heutiges Verhalten in der
Zukunft wieder.
Da, wo wir mangels oder sogar
gegen bessere Einsicht nachlässig oder unbedarft gehandelt haben, ergeben sich
mitunter spektakuläre Folgen. Ungewollte Wirkungen unseres früheren Handelns
holen uns ein und können uns zu Korrekturhandlungen zwingen. Diese Handlungen,
so hat das Jahr-2000-Problem gezeigt, können mitunter recht umfangreich und
teuer werden. Denn: „Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.“ (Schiller)
Das Weltunternehmen Siemens hat
sich über die Zukunft Europas Gedanken gemacht. Unter dem Titel „Horizons2020:
ein Szenario als Denkanstoß über die Zukunft“ hat Siemens die wichtigen
Ergebnisse seiner Studie veröffentlicht. Den Teilnehmern der IFRPG-Veranstaltung
„Kennzahlensysteme“ (13. Oktober 2005) wurde die Studie von Siemens kostenlos
zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür.
Ein 11-seitiges Summary zu
dieser Studie finden Sie hier in Form einer PDF-Datei.
Wie werden wir in Zukunft leben?
Wofür oder wogegen werden wir uns entscheiden oder entscheiden müssen? Wie
werden wir lernen und arbeiten? Welche Technik wird uns das Leben erleichtern?
In welcher Form und mit welchen Mitteln werden wir kommunizieren und uns
informieren?
Wie wichtig wird uns Mobilität
sein? Werden virtuelle Netzwerke das soziale Gefüge der Familie verändern?
Fragen an die Zukunft gibt es
viele. Entsprechend vielfältig sind Methoden und Ansätze, mit denen sich
Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft dem Thema Zukunft nähern.
Hintergrund der Studie ist, da
Siemens ein Wirtschaftsunternehmen ist, die Überlegung, welche Produkte und
Dienstleistungen in Zukunft nachgefragt werden. Welche man demnach heute
entwickeln muss. Welches Know-how benötigt man um diese Leistungen erbringen,
diese Entwicklungen tätigen zu können? Und da sind wieder Parallelitäten zu den
Themen des IFRPG aus diesem Jahr. Zum Beispiel zur Veranstaltung im
Januar 2005
zum Thema Personalvermögen bzw. Human Capital Management.
Und es zeigen sich Parallelen zu
einem IFRPG-Thema dieses Jahres: Wissensmanagement. Kompetenzmanagement.
Denn die Zukunft gestalten,
bedeutet, bei sich anzufangen, der eigenen Person, dem eigenen Betrieb. „Was eine
Nation groß macht, sind nicht in erster Linie die großen Männer. Es ist das
Format der Mittelmäßigen.“ (Gasset)
Unsere Unternehmen müssen in der
Breite mit motivierten und kenntnisreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
ausgestattet sein, wollen wir die Zukunft meistern.
In diesem Sinn bin ich gerne
Mittelmaß, gerne ein Teil derer, die eine europäische Gemeinschaft groß machen.
Ich möchte Sie einladen, an den
Veranstaltungen des Institutes für richtungsgebende Personalgespräche im kommenden
Jahr teilzunehmen: Hören Sie die Beiträge aus Wissenschaft und
Unternehmenspraxis, diskutieren Sie mit, gestalten Sie bewusst und aktiv Ihre
und damit auch unsere Zukunft!
Peter Fey
Geschäftsführender
Direktor des IFRPG
Veranstaltungsort 2006:
Kolpinghaus-International
■ St-Apern-Str. 32 ■ 50667 Köln
Innenstadt Köln, nahe Friesenplatz,
Magnusstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Römerturm und dem
Dorint-Hotel. Parkplatz: Kolpinghaus oder Dorint-Hotel.
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